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Treffen in Güstrow/Mecklenburg 2016

 

 

Die kurze Geschichte einer langen Freundschaft

 

Der Arbeitskreis Görlitz feiert sein 30jähriges Jubiläum    1987 – 2017

 

Von Bernd-Wolfram Vierkotten
 

Im März 1986 fand sich aufgrund eines Aufrufes von Pfarrer Hans-Joachim Kampmann in der Messe erstmals und spontan eine Gruppe von Gemeindemitgliedern in der Hildebold-Kirche zusammen, und zwar zur Gründung eines Arbeitskreises "Diaspora". Diese Mitglieder,  die sich untereinander bislang nicht kannten, sollten auf Vorschlag von Pfarrer Kampmann auch keinem anderen Kreis innerhalb der Pfarre angehören. Die erste „offizielle“ Sitzung dieser Spontangründung fand dann am 26. Juni 1986 statt.

Nach einem erfolglosen Vorgespräch mit dem damaligen Pfarrer von St. Remigius in Bergheim, dessen Pfarrei bereits seit längerer Zeit eine Verbindung zu einer Pfarre in Finsterwalde aufgebaut hatte, konnte der AK-Diaspora aus Königsdorf im Sommer 1986 durch ein Mitglied  mit dem Referat „Pfarrgemeinderäte“ des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln Kontakt aufnehmen, im Besonderen mit Herrn Dr. Friedhelm Isenberg. Dieser zeigte sich sehr hilfsbereit und kooperativ beim Aufbau einer Begegnung mit einer Pfarrgemeinde in der DDR.

Über einige Umwege kam durch Dr. Isenberg der Kontakt zu Herrn Diakon Michael Hannich aus der Apostolischen Administratur Görlitz und der Dompfarre von St. Jakobus zustande.
 

 

 

Erster Besuch in Görlitz März 1987: Obere Reihe von links: Bernd Vierkotten-Dr.Friedhelm Isenberg-Erika Vierkotten-Michael Hannich-Hans-Joachim Kampmann-Marianne Anthe-Michael Kasper –Sepp Ullwer

Untere Reihe von links: Helga Bieger-Martina Kasper-Georg Sauer


 

Die Schwierigkeiten des Anfangs


Für die Anbahnung einer ersten Begegnung in Görlitz erwies sich die Mitarbeit und Teilnahme von Pfarrer Kampmann als sehr hilfreich, da auf diese Weise in Görlitz auch direkte offizielle Kontakte zu den dortigen kirchlichen Kreisen (Pfarramt, Ordinariat) für eine langfristige Verbindung möglich waren. Die Begegnung hatte Pioniercharakter, da derartige Verbindungen in Görlitz bislang noch nicht bestanden. Entsprechend groß waren daher auch zunächst die Vorbehalte seitens der Gastgeber. Dass dennoch die spätere erste Begegnung zu einem Erfolg wurde, ist in hohem Maße Herrn Generalvikar Birkner und dem damaligen Bischof Bernhard Huhn zu verdanken, die nachdrücklich die Kontakte befürworteten und unterstützten.

Die Diaspora – Gedanken der Gruppe gingen zunächst in Richtung von Ländern Skandinaviens. Doch sehr bald setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Diaspora in der DDR für uns wesentlich näher lag und überdies auch Sprachprobleme nicht auftreten konnten. Eine Grundbedingung von Pfarrer Kampmann war auch, dass der AK nicht auf die Versendung von Paketen ausgerichtet war und die Mitglieder einer möglichen ersten Fahrt auf jeden Fall nur in Familien aufgenommen werden sollten (was sich übrigens bis zum heutigen Tag dann so fortgesetzt hat).

Über die Schiene von Michael Hannich fanden wir zunächst brieflich die ersten völlig unbekannten Görlitzer Familien und Personen: Martina und Michael Kasper – Almut und Sepp Ullwer+ – Küster Norbert Riedesel und Pfarrer Wolfgang Gerlach+. Die ersten Teilnehmer aus Königsdorf, die damals vom 25. – 30. März 1987 auf abenteuerlichem Wege nach Görlitz reisten, waren Marianne Anthe – Helga Bieger – Dr. Friedhelm Isenberg – Pfarrer Hans-Joachim Kampmann – Georg Sauer – Erika und Bernd-Wolfram Vierkotten. Die Königsdorfer betraten mit diesem Schritt absolutes Neuland, da unsererseits mit einer Ausnahme keinerlei private Kontakte in die DDR bestanden hatten.

In der Folgezeit erweiterte sich der ursprüngliche Pionierkreis, indem neue Freunde und auch Ehefrauen und Ehegatten gewonnen werden konnten. So erweiterte sic der Kreis in Königsdorf um Ellen Michels – Irmtrud Rüth – Hans Toeller+ – Uschi und Fred Wieland – Monika Sauer – Klaus Anthe – Helmut Bieger – Bert Michels und auf Görlitzer Seite um Mechthild und Jan Masson – Gabi und Werner Paul – Annelie und Bernhard Rothert – Regine Werwoll.
 

 

St. Jakobus in Görlitz

 

 

Die erste Begegnung - Erfolg der Pionierarbeit

 

Von Anfang an lag der Hauptakzent der Begegnungen auf gemeinsamen Aktivitäten von Christen aus der BRD und der DDR. Diese Aktivitäten bezogen sich – wie auch in all den späteren Jahren bis heute – vor allem auch auf Gespräche über politische, kirchliche, religiöse und etliche weitere Gemeinsamkeiten. Aber auch die bestehenden Differenzen wurden thematisiert.

Aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen bewährte es sich, dass zu Beginn dann nur eine kleine Gruppe nach Görlitz fuhr, um die notwendige Vertraulichkeit der Begegnung, auf die Pfarrer, Generalvikar und Bischof in Görlitz immer wieder hinwiesen, zu bewahren.

Über die Begegnungen sollte in der Königsdorfer Gemeinde nur äußerst zurückhaltend berichtet werden, offen dagegen im entsprechenden Diasporaarbeitskreis, der ja zuständig für die weitere Fortführung der Kontakte von Seiten der Gemeinde in Königsdorf war.

In vielen Punkten blieben die Gespräche zunächst im Erfahrungsaustausch über die alltägliche und kirchliche Lebenssituation stecken. Fragen der Entspannungspolitik wurden tangiert. Dies lag sicherlich am dem großen Informationsdefizit auf beiden Seiten.
 

Die ersten Mitreisenden – bis 1989 fanden noch drei weitere Treffen in der „alten“ DDR statt – wurden Zeugen einer, so die Aussage von Bischof Huhn, einmaligen Begegnung. Der Piontek – Kreis (Ferdinand Piontek war der letzte deutsche Bischof von Breslau und der erste Bischofsadministrator von Görlitz nach dem II. Weltkrieg) hatte im März 1987 zu einem öffentlichen Vortrag mit den Professoren Frisch und Feiereis eingeladen, die zum ersten Male über die Positionen der Marxisten und katholischen Theologen und die Möglichkeiten einer beidseitigen Annäherung sprachen. Wir konnten mit einem Schmunzeln dabei den Marxismusprofessor unter einem Kreuz sprechen sehen unter Beobachtung eines Stasimannes. Über die Veranstaltung durfte – über 100 Personen saßen dicht gedrängt im Pfarrsaal – nicht öffentlich geschrieben oder gesprochen werden.
 

Gegenseitige Erkundungen


Es würde jeglichen Rahmen sprengen, an dieser Stelle alle einzelnen Treffen, Erfahrungen und Erlebnisse ein-zufügen. Zusammenfassend sei gestattet, einige wenige bedeutsame Punkte – es kann sich nur um eine kleine Auswahl handeln – herauszugreifen.

Wesentlich waren bei allen späteren Treffen vor der Wende, in der Wendezeit, in der Zeit nach der Wiederver-einigung in beiden Gemeinden z. B. die Mitgestaltung von Gemeindemessen – Gesprächsabende mit den Görlitzer Bischöfen Huhn, Müller und Ipholt sowie allen Görlitzer Pfarrern – politische Diskussionsabende – Mitfeiern des 100jährigen Jubiläums von St. Jakobus im Jahre 2000 mit Pfarrer Rolf Apholte – Gesprächsabende mit den Pfarrern – Betstunden in Jauernik und Königsdorf – Besuche in verschiedenen Klöstern – Besichtigungen – gemeinsame Wanderungen und Ausflüge – Fahrten nach Polen und Tschechien – Mitorganisation eines ersten größeren Besuches von Görlitzer Gemeindemitgliedern nach der Wende in Königsdorf – Besuche des damaligen Diakons Michael Hannich und Pfarrers Wolfgang Kresak in Königsdorf – Gesprächsabende mit Pater Wiering und Pastoralassistent Michael Spohr über eine Sozialenzyklika in Königsdorf – regelmäßige Begegnungsabende und offizielle Sitzungen – Vorstellung der Diasporasituation – Gestaltung von Kreuzwegandachten und Andachten zum Ewigen Gebet – Bilder- und Bücherausstellungen und  vieles mehr.
 

Einige Schwierigkeiten nach der Wiedervereinigung und deren Überwindung


Verhehlen möchten wir aber auch nicht, dass sich mit dem ersten offiziellen Treffen nach der Wende mit unseren Görlitzer Freunden in Königsdorf bisher ungeahnte Schwierigkeiten auftaten, die durch eine Begegnung sozusagen auf neutralem Boden in Amöneburg mit zwei Referenten des Diözesanrates intensiv besprochen und ausgeräumt werden sollten sowie ausgeräumt wurden.
 


Und ein besonderer Höhepunkt waren sicherlich die Jubiläumsfeierlichkeiten der Domkirche in Görlitz im Jahre 2000 unter der Mitwirkung von Pfarrer Rolf Apholte, als wir bei einer großen Festveranstaltung dem damaligen Pfarrer Wolfgang Kresak ein kleines Glasfenster aus einem abgetragenen Seitentrakt der alten St. Sebastianus-Kirche überreichen durften. Seit diesem Jahr ziert dieses kleine Fenster die Tür zum Treppenaufgang zur Orgelbühne in der Domkirche.

 


 

Überreichung eines Kirchenfensters zur 100-Jahr-Feier von St. Jakobus Görlitz 2000 an Pfarrer Wolfgang Kresak durch Bernd Vierkotten und Georg Sauer
 


Aus der ersten Begegnung entwickelten sich abwechselnd mit der diesjährigen 35 Treffen in Königsdorf, Görlitz und seit 1993 auch außerhalb dieser beiden Orte, von Uder bis Güstrow im vorigen Jahr.

Irgendwann hatte der ursprüngliche Kreis eine Umbenennung in Arbeitskreis–Görlitz vorgenommen und trifft sich unter diesem Namen bis zum heutigen Jubiläumstage und nach etwas mehr als 30 Jahren nach der ersten Begegnung in der Hildebold-Kirche, in der alles im Jahre 1986 angefangen hat.

Jetzt, im Jahr 2017, gedenken wir aber auch ganz besonders der Mitglieder und Freunde, die ihren irdischen Lebensweg vollendet haben. Wir denken mit großer Dankbarkeit an unseren Initiator Hans-Joachim Kampmann, an Hans Toeller und Sepp Ullwer, an Dompfarrer Wolfgang Gerlach sowie die beiden Bischöfe Bernhard Huhn und Rudolf Müller, an Pater Wiering aus St. Severin und Michael Spohr, unseren damaligen Pastoralassistenten.
 

 

 

 

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