Startseite

Aktuelles

Gottesdienste

Lesungstexte

Gemeindeleben Kö

Terminkalender

Seelsorgeteam 

Pfarrgemeinderat

Ortsausschuss

Kirchenvorstände

Unsere Büros

Treffpunkte

Bücherei

Messdiener

Ecclesia Nostra

Im Team

Pfarrnachrichten

Kirche in Frechen

 

Ihre Meinung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                   Spirituelle Angebote     Ökumene     Links      Impressum

 


Verheißungen der Stille


„Ihr braucht nicht laut die Stimme zu ihm zu erheben“

 

Oft tut es gut, mit anderen Menschen über Freuden, Wünsche oder Probleme sprechen zu können. Doch manchmal fehlen auch die Worte. Oder aber jedes Wort wird uns zu viel. Wir sehnen uns nur noch nach Ruhe, nach heilsamer Stille. Und gerade dann oft auch nach Geborgenheit in der stillen Gegenwart eines wohlwollenden Anderen.

 

Von einem einsam auf dem griechischen Klosterberg Athos lebenden Mönch wird erzählt, dass er eines Tages Besuch von einigen Männern bekam. Sie fragten ihn: „Welchen Sinn hat dein Leben in der Stille?“ Da er gerade dabei war, Wasser zu schöpfen, zog er den Eimer aus dem tiefen Brunnen und sagte: „Schaut in den Brunnen! Was seht ihr?“ Sie blickten hinein und antworteten: „Wir sehen nichts.“ Nachdem sie eine kurze Weile miteinander gesprochen hatten, forderte der Mönch die Besucher nochmals auf: „Schaut in den Brunnen! Was seht ihr?“ Die Männer blickten wieder hinunter und gaben zur Antwort. „Jetzt sehen wir uns selber!“ Da sprach der Mönch: „Zuerst war das Wasser unruhig, jetzt ist es ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille: Man sieht sich selbst!“

 

Auch wenn Stille manchmal schwer auszuhalten sein kann, so suchen wir dennoch immer wieder nach etwas, das uns heraus holt aus den Überdrehungen des Alltags, etwas, das uns innerlich belebt und zum Kern unseres Lebens weist. Dieses „Etwas“ finden viele Menschen in der Meditation und Kontemplation – etwa im Gebet der Sammlung. Es ist – formal gesehen – eine alltagstaugliche Verbindung von Elementen der (christlichen) Zen-Meditation mit Elementen der Taizé-Andachten. Eine Andachtsform, die auch mit Hilfe des bewussten Atems den Körper zur Ruhe kommen und den Geist Klarheit finden lässt, eine Andachtsform, die den spirituellen Zugang in das zutiefst Innere öffnen will – hin zum Göttlichen.

 

 

„Seht, was der heilige Augustinus sagt, dass er nämlich Gott an vielen Orten gesucht und ihn endlich in seinem eigenen Inneren gefunden habe. Meint ihr wohl, es sei für die zerstreute Seele von geringer Wichtigkeit, diese Wahrheit zu erfassen, und zu wissen, dass sie nicht erst zum Himmel aufsteigen braucht, um mit ihrem ewigen Vater zu reden und seiner sich zu erfreuen? Sie braucht auch nicht laut ihre Stimme zu ihm zu erheben, denn er ist ihr so nahe, dass er sie hört, auch wenn sie ganz leise zu ihm spricht. Um ihn zu suchen, bedarf es keiner Flügel; sie braucht nur einsam in ihr Inneres zu blicken, wo sie ihn finden wird.“


Treffender als Teresa von Avila, von der diese Worte stammen, kann man das, was das Gebet der Sammlung ausmacht, kaum in Worte fassen. Auch andere christliche Mystiker, wie Meister Eckehart, oder die Meister der christlichen Zen-Tradition, wie Hugo Enomiya-Lassalle SJ, vertrauen darauf, in der Kontemplation die Gnade Gottes erfahren zu können. Was nicht zuletzt auch dazu führt, den Worten anderer Gebetsformen ebenso wie den wortreichen Begegnungen im Alltag wieder mehr Bedeutung beimessen zu können. Ignatius von Loyola gab hierzu den Rat: „Vertraue so auf Gott, als ob der Erfolg allein von dir und nicht von Gott abhinge; dabei aber gib dir alle Mühe (zuzugestehen), dass du selbst nichts, Gott allein aber alles vollbringen werde."

Letzten Endes heißt das, sowohl den eigenen Kopf zu gebrauchen, als auch auf die Gabe des Hl. Geistes zu hoffen. Darauf zu vertrauen, dass eigener Verstand und eigene Vernunft, die sich ihrer Fähigkeiten in vollem Umfang bedienen, durch eine Verbindung mit den Herzenskräften weit offen sind für neue Einsichten. Und so ein Potenzial schaffen und zur Verfügung stellen, das mehr bewirken kann, als der messbare Intelligenzquotient erwarten lässt.

In der Gemeinde St. Sebastianus in Königsdorf hat sich vor etlichen Jahren eine ökumenische Gruppe gebildet und aufgemacht, gemeinsam diesen Weg durch das eigene Innere hin zu Gott zu suchen. Denn Glaube zeigt sich nicht als etwas Fertiges, sondern ist stets in Bewegung. Wobei wir – die Suchenden – jedes Mal wieder feststellen, wie wohl uns bei aller Selbstversunkenheit das Gefühl einer gleichgesinnten Gemeinschaft tut, einer Verbundenheit im Schweigen. In der zunehmenden inneren Stille und dem – angestrebten – allmählichen Einswerden von Leib und Geist vertieft sich das wortlose Gebet, wird nachhaltiger und lässt zunehmend und immer wieder eine heilsame Wirkung erfahren.

Christa Tamara Kaul  |  April 2013

 

 

 

 

Wir treffen uns einmal im Monat

sofern nicht anders vermerkt jeweils von 19.30 bis 21.15 Uhr in der Hildeboldkirche, Spechtweg 1-5, 50226 Frechen-Königsdorf.

Aktuelle Termine siehe Spirituelle Angebote >>>>>

 

 

 

 

zurück zu "Aktuelles" >>>>>

zurück zu "Spirituelle Angebote" >>>>>

 

 

 

 


Das Gebet der Sammlung

 

                    bedeutet für mich:


 

Das Gebet der Sammlung

bedeutet dies für mich:
-    ein mir sympathisches Gebets- und Gottesdienstformat
-    in einem vertrauten Kreis Gleichgesinnter
-    eine für mich persönlich geeignete Form der Kontemplation und Christusbegegnung
Peter Hetzel
 


 

Das Gebet der Sammlung ist für mich ein Ort, an dem ich mein Lebenstempo um mehrere "Gänge zurückschalten" kann und darf. Dabei sind die immer wiederkehrenden Schritte im Ablauf dieses Gebetes für mich hilfreich: die Ankomm-Runde, das langsame Schreiten, das Hören des Bibelwortes und das wohltuende Gefühl von Gemeinschaft im Schweigen. Die Zeiten der Stille in der "Gegenwart Christi" aber sind das Herzstück, denn hier fühle ich mich wie an einer Quelle frischen Wassers. Und darum verlasse ich die Kirche meistens mit mehr Gelassenheit und neuem Schwung. Das macht mir die Entscheidung zum Hingehen so leicht.
Kathi Jungbluth
 


Das Gebet der Sammlung ist für mich ein Ort, wo ich zur Ruhe kommen kann. Ich kann mich vor Christus stellen mit allem was mich ausmacht: mit dem was ich vielleicht an Gutem getan habe und was mir leicht gefallen ist, aber auch mit allem Schwierigen und Unerlösten in mir. Am Ende des Tages kann ich alles abgeben, alles in Seine Hände legen und darauf vertrauen, dass Er heilt und wandelt.
Annette Robels
 


Dieses stille Verweilen in der Gegenwart Gottes tut mir auch dann noch gut, wenn nur mein Körper in Ruhe dort sitzt, während meine Gedanken nahezu ständig auf Wanderschaft sind. Ganz besonders schätze ich die beiden jährlichen Eucharistiefeiern mit den langen Phasen der Stille nach dem Evangelium und nach der Kommunion.
Elisabeth Vosen

 


Gott wartet.
Du brauchst Gott weder hier noch dort zu suchen,
er ist nicht ferner als vor der Tür des Herzens.
Da steht er und harrt und wartet,
wen er bereit finde,
der ihm auftue und ihn einlasse.
Du brauchst ihn nicht von weit her herbei zu rufen.
Er kann es weniger erwarten als du,
dass du ihm auftust.
Es ist ein Zeitpunkt:
Das Auftun und das Eingehen.
(Meister Eckehart)

Es braucht reservierte Zeiten und stille Zwischenräume, um mir Gottes „Vor-der-Tür-des Herzens-stehen“ alltäglich zu vergegenwärtigen: Sein „Auf-mich-zukommen“ im Wort der Heiligen Schrift und in der Eucharistie. Das Gebet der Sammlung kann dabei in seiner Struktur und Regelmäßigkeit Hilfe sein - und Stärkung, auf diesem stillen Weg der Einkehr bei mir selber nicht alleine unterwegs zu sein.
Elke A. Wittemann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag findet sich in gekürzter Form auch in IM TEAM, Nr. 25

 

 

 

 

 

 

 

 

zurück zum Seitenanfang